Ich starb an einem Dienstag im Juni. Es war ein wundervoller Tag. Bis dahin, müsste ich hinzufügen. Aber es blieb ein schöner Tag, und das war vielleicht das erstaunlichste an meinem Tod.

Ich war im Urlaub. Irgendeine tropische Insel, deren Namen ich vergessen habe. In der Karibik, im Indischen Ozean, in der Südsee. Palmen, wohin man blickt. Freundliche Eingeborene, lachende und singende Menschen. Junge Menschen mit schönen, braunen Körpern, die tanzend voranzuschreiten scheinen, sich wiegen im Rhythmus eines Taktes, den nur sie hören oder der aus der Erde dringt, unhörbar für die Ohren von uns anderen.

Der Bus fuhr schnell. Es hatte einen kurzen Regenguss gegeben, und die Straße glänzte vor Nässe. In jeder Kurve schlingerte er, schien zuerst schaukelnd eine große Welle hinaufzusteigen, um mit Schwung wieder in das Wellental hinabzuschießen und einen kurzen Augenblick zu verweilen, bis zur nächsten Kurve, die ihn wieder in eine gefährliche Schräglage brächte. Die Stoßdämpfer waren ausgeschlagen, und der Aufbau hüpfte, wenn der Wechsel zwischen Bremsen und Gasgeben zu schnell erfolgte.

Was genau geschah, weiß ich nicht. Wir stiegen eine dieser Wellen hinauf, eine Welle, die nicht enden wollte und die uns schließlich überrollte. Glas splitterte, Metall kreischte, wurde gedehnt wie eine Saite, die dann mit einem Knall zerriss, und wir fielen, während der Himmel sich um uns drehte. Dann wurde es still.

Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist meine Ankunft. Auf den ersten Blick war die Ähnlichkeit verblüffend, und für einen Moment dachte ich, der Bus sei einfach weitergefahren und schließlich im Hotel angekommen.

Aber es war nicht das gleiche Fahrzeug. Vorher hatte ich in einem großen Reisebus gesessen, einem Plüschungeheuer mit auf Höchstleistung gestellter Klimaanlage. Jetzt saß ich in einem weißen Daihatsu Minivan. Und es gab noch einen Unterschied: Die betrunkenen Schweizer waren verschwunden und auch die deutsche Familie mit ihren beiden Kindern. Ich war allein.

Die Schiebetür wurde aufgezogen. Sie fuhr mit einem schnarrenden Geräusch zurück, und mein Blick fiel auf eine junge Frau, die lächelnd ein Tablett vor sich hielt. Darauf stand ein Plastikbecher mit einer orangefarbenen Flüssigkeit, einem Trinkhalm und einem Schirmchen. Benommen stieg ich aus. Sie sagte: „Mein Name ist Jane.“ Automatisch nahm ich den Becher. Jetzt erst bemerkte ich die Hotelangestellten, die in einer Reihe hinter meiner Empfangsdame standen. Als ich meinen Willkommenstrunk in die Hand nahm, verbeugte sich Jane, und die anderen begannen zu klatschen. Dann stimmten sie in schlechtem Englisch in ein Lied ein. Außer Welcome verstand ich nichts, aber ich prostete ihnen zu und trank einen Schluck. Es schmeckte süß.

Verlegen stand ich herum. Mein Blick ging zum Wagen zurück, aber ich hatte kein Gepäck. Auf der Seitentür stand in gelben Buchstaben: Paradise Resort Hotel & Bungalows. Darunter eine stilisierte Harfe, über die im Halbkreis fünf Sterne angebracht waren. Offenbar das Logo der Anlage.

Wir standen in einer kreisrunden Einfahrt. In der Mitte ein Beet mit einer großen fächerförmigen Staude, die, wie ich wusste, „Baum der Reisenden“ genannt wurde und in Madagaskar heimisch war. Vielleicht war ich in Afrika. Dahinter eine frisch asphaltierte Straße, schnurgerade und schwarz, wie mit Kohle gezeichnet. Sie wurde von niedrigen Palmen gesäumt und verlor sich in der Sonne. Alles schien frisch angelegt, und offensichtlich wurde es sorgsam gepflegt.

Zur anderen Seite hin erstreckte sich das Hauptgebäude, ein weitläufiger und offener Holzbau, in den ich meiner Empfangsdame folgte. Sie trug einen kurzen weißen Faltenrock, der um ihre dunklen Beine tanzte, als sie vor mir die wenigen Stufen hinaufstieg.

Überhaupt schien die vorherrschende Farbe Weiß zu sein. Und Gelb. Ein strahlendes Sonnengelb, in dem der Schriftzug des Hotels auf Blusen und Hemden, auf Tischdecken und Servietten, auf Bettlaken und Handtüchern gestickt war und sogar auf den Tellern im Restaurant wie Gold glänzte. Auch die Plastikliegen am Pool und am Strand waren gelb. Aber das sollte ich erst später erfahren.

An der Rezeption führte Jane mich zu einem gewissen Peter, einem jungen Mann mit langen Dreadlocks, der mich an die Rastafaris auf Jamaika erinnerte. Er stand hinter dem langen Tresen der Rezeption und blickte seitlich auf einen Bildschirm, auf dem rote und grüne Karos zu sehen waren. Er klickte auf eine Schaltfläche und das Bild wechselte, nur um andere rote und grüne Klötzchen anzuzeigen.

„Willkommen, Herr Welker“, er drehte sich zu mir, und ich wunderte mich, dass er meinen Namen kannte.

„Sie können mich Dennis nennen“, antwortete ich. Hier schienen sich alle mit Vornamen anzusprechen. So prangte auch auf Peters weißem Hemd nur ein Schildchen mit seinem Vornamen. Darunter eine ganze Reihe von Fähnchen, die offenbar die Sprachen symbolisierten, die er beherrschte. Es waren viele. Auch ein schwarzrotgoldenes Symbol war darunter. Ich tastete automatisch in der Innentasche meines Jacketts nach einem Reisedokument. Doch meine Taschen waren leer.

„Sie brauchen sich nicht auszuweisen, Dennis“, er lächelte mich freundlich an, „wir wissen, wer Sie sind.“ Dann sah er auf seinen Computer, gab etwas ein, sortierte irgendwelche Papiere, die vor ihm lagen und murmelte: „Es dauert nur einen Augenblick.“ Dann legte er eine Plastikkarte auf den Tisch. „Das ist Ihr Schlüssel, gehen Sie sorgsam damit um.“ Er entfaltete einen kleinen Lageplan, nahm einen Stift zur Hand und zeichnete ein Kreuz ein. „Das ist Ihre Unterkunft: C248. Wir befinden uns hier, die Rezeption. Dahinter ist das Hauptrestaurant La Vela und hier…“. Er zeigte auf weitere markante Punkte, deren Lage ich mir nicht merken konnte: eine Bar, ein Café, die Poolanlage, Bootsverleih und Gym, Nur der Strand war unübersehbar und erstreckte sich von einem Rand der Karte bis zum anderen. Dann händigte er mir ein paar Blätter aus (Speiseplan, Sportaktivitäten, Abendprogramm) und wünschte mir einen schönen Aufenthalt. „Ach, bevor ich es vergesse“, er winkte einem älteren Herrn zu, der in einem Korbsessel in der Lounge saß, „das ist Kurt, ihr Scout.“

„Scout?“ fragte ich.

„Ja, er hilft Ihnen über die erste Verwirrung hinweg, zeigt Ihnen Ihre Unterkunft, die Wege und erklärt Ihnen alles, was Sie wissen wollen.“ Er lächelte. „Oder versucht es zumindest.“

Ein korpulenter Mann in den Sechzigern hatte sich mühsam erhoben und kam mit ausgestreckter Hand auf mich zu. Sein Gesicht war gerötet. Er trug ein verwaschenes Hemd, eine weite Short und auf dem Kopf einen Strohhut, der ihm zu klein war. „Ich heiße Kurt. Willkommen im Paradise“. Er strahlte über das ganze Gesicht und sprach das Wort Englisch aus.

Ich ergriff seine Hand, die seltsam rau war und stellte mich ebenfalls vor. Ein letztes Mal sah ich mich erfolglos nach meinem Gepäck um.

„Lassen Sie mich mal schauen.“ Er warf einen Blick auf meinen Lageplan. „C. Soso“, murmelte er.

„Ist C nicht in Ordnung?“, fragte ich irritiert.

„Nein, nein, das passt! Nicht so abgelegen, nicht zu nahe am Trubel, kurze Wege zu den Restaurants und zum Strand…“, er zog eine großes weißes Stofftaschentuch aus der Tasche und wischte sich über die Stirn. „Wenn es nur nicht so heiß wäre!“

Mir kam es nicht so heiß vor. Natürlich war es warm, und es war feucht. Dafür, dass die Sonne im Zenit stand und kein einziges Wölkchen am Himmel zu sehen war, schien es mir erträglich. Ich war seit ein paar Tagen auf der Insel, vielleicht hatte ich mich an die Temperaturen gewöhnt. Und schließlich wollte ich es im Urlaub warm haben, besser zu warm als zu kalt.

Wir liefen auf holzbeplankten Wegen zwischen den verschiedenen Häuschen in Richtung Meer. Sie waren zweistöckig und ebenfalls aus weißem Holz. Mehrfach bogen wir ab, mal nach rechts, mal nach links, nach wenigen Minuten hatte ich die Orientierung verloren, zumal das Meer aus der Sicht geraten war. Kurt schien sich mit schlafwandlerischer Sicherheit im Gewirr der Abzweigungen und Kreuzungen zurechtzufinden. „Sind Sie schon lange hier?“ fragte ich deshalb.

Kurt, der schon hörbar schnaufte, nutzte meine Frage, um stehen zu bleiben. Vielleicht hatte er Mühe, gleichzeitig zu gehen und zu sprechen. „Hm, schwer zu sagen.“ Er schien nachzudenken. „Wochen, Monate, Jahre? Wer will das schon wissen. Jeder Tag ist wie der andere.“

„Aber die Anlage ist doch recht neu, oder täusche ich mich?“ wandte ich ein.

Er sah sich um, als habe er die Häuser und Pavillons schon lange nicht mehr bewusst wahrgenommen. „Ja, die Anlage ist neu. Aber es gibt nicht mehr so viele freie Zimmer. Man wird sie demnächst schließen und eine neue bauen. Ich schätze, Sie sind einer der letzten.“

„Dann sind Ihre Tage als Scout ebenfalls gezählt?“

Kurt sah mich an: „Da sagen Sie was!“ Dann wog er den Kopf. „Man wird mir schon etwas anderes zu tun geben. Schließlich soll ich hier ja nicht vor Langeweile sterben.“ Sein heiseres Lachen ging in ein Husten über. Dann zog er mich weiter.

Mein Zimmer lag im Obergeschoß eines der immer gleichen Bungalows. Eine Holztreppe führte hinauf. Neben der Tür hing eine gelbe Holzplakette mit der Aufschrift C248. Ich öffnete mit der Karte und trat ein.

Kurt der mir gefolgt war, breitete die Arme aus. „Das ist Ihr Reich!“ Es roch nach feuchter Farbe und frischem Holz. Die Klimaanlage lief auf Hochtouren und hatte den Raum so heruntergekühlt, dass ich fröstelte. Kurt öffnete zuerst das Fenster und dann die Balkontür. Durch die Fliegengitter strich mild die Seeluft herein. Zum ersten Mal roch ich das Meer, den Tang, das Phytoplankton, das diesen typisch meerigen Geruch abgab. „Sie haben einen schönen Blick auf den Strand und das Meer,“ er zeigte hinaus, „und wenn Ihnen danach ist, können Sie hier draußen sitzen, die Beine hochlegen und sich die kühle Brise um die Nase wehen lassen. Na ja, kühl wird sie meistens nicht sein.“ Dann ging er zum Schrank und öffnete ihn. „Hier finden Sie alles, was Sie brauchen. Die Farbauswahl lässt zu wünschen übrig, aber man gewöhnt sich daran.“ Er wies auf seine eigene Kluft. „Mit der Zeit finden Sie heraus, wie Sie ihr Outfit persönlicher gestalten können. Wenn Sie etwas brauchen, sagen Sie einfach der Rezeption Bescheid.“ Er zeigte auf ein altertümliches schwarzes Telefon, das auf einem kleinen Tisch stand. „Und jetzt lasse ich Sie allein. Sie sind sicher müde von der langen … Reise.“

„Moment, Moment“, die Vorstellung, Kurt könnte einfach wieder verschwinden, war mir etwas unheimlich, „kann ich Sie irgendwie erreichen?“

„Aber natürlich, wir werden uns in den nächsten Wochen regelmäßig sehen“, er zog eine Visitenkarte aus der Brusttasche seines Hemdes. „Hier ist meine Nummer. Und morgen früh um neun Uhr ist das Treffen der Neuankömmlinge.“ Er zeigte auf die Unterlagen, die ich an der Rezeption bekommen hatte. „Da steht alles drin. Ich werde auch da sein, so wie alle anderen Scouts. Und seien Sie pünktlich!“

Als er weg war, setzte ich mich aufs Bett und ging die Unterlagen durch. Das Treffen fand an der Bar der Rezeption statt. Die würde ich finden. Für das Abendessen konnte man zwischen vier verschiedenen Restaurants wählen. Kurt hatte das La Vela empfohlen. Es sei „ordentlich“, ich sollte allerdings keine „Wunder“ erwarten.

Da ich tatsächlich müde war, beschloss ich, mich hinzulegen. Als ich wieder erwachte, dämmerte es bereits. Die Sonne stand riesig und rot über dem Wasser und tauchte das Meer in ein dunkler werdendes Violett.

Kurt hatte recht gehabt, dass Essen war nicht besonders. Eine Art Kantinenessen, nur dass das Ambiente eleganter war, strahlender und moderner. Die Köche in ihren Kochinseln bemühten sich sichtlich, trotz bescheidener Mittel, dem Gast jeden Wunsch zu erfüllen, und die Bedienungen bewegten sich tänzelnd zwischen den Tischen stets mit einem Lachen oder einem Scherz auf den Lippen. Das Publikum war gemischt, ältere Menschen aber überwogen, an einigen Tischen sammelten sich regelrechte Seniorenzirkel. Ich fühlte mich fehl am Platze. Schon bald ging ich zum menschenleeren Strand und unternahm einen langen Spaziergang. Aus der Ferne schallte das Hämmern von Musik herüber, das Schreien und Lachen von Menschen. Das Abendprogramm hatte begonnen. An diesem Tag fiel es mir nicht schwer, darauf zu verzichten.

Am nächsten Morgen war ich rechtzeitig am Treffpunkt. Ich hatte gut geschlafen, lange und traumlos, und war rechtzeitig wach geworden. Ich hatte sogar schon gefrühstückt.

Zwei Dutzend Neuankömmlinge hatten es sich hinter der Rezeption in der großzügigen Loungelandschaft bequem gemacht. Die meisten von ihnen schienen ihren Scout mitgebracht zu haben. Auch Kurt war schon da. Er winkte mir von weitem zu. Ich setzte mich zu ihm. Schließlich kam auch unser Gastgeber. Er stellte sich als Vincent vor. Er sei der Resort-Manager. Ich muss gestehen, dass es mich beeindruckte, vom obersten Chef persönlich begrüßt zu werden.

Vincent stellte sich in die Mitte, stemmte die Hände in die Hüften, drehte sich einmal um sich selbst und sah schweigend jeden einzelnen von uns an. Ich war der vermutlich Jüngste in der Gruppe. „Well“, sagte er, und ich fürchtete schon, er würde seine Ansprache auf Englisch fortsetzen, doch er sprach auf Deutsch weiter. „Da wären wir also.“ Obwohl er seine kleine Ansprache sicherlich schon unzählige Male gehalten hatte, schien er nach Worten zu suchen. Oder es war wohlüberlegtes Kalkül. Später wurde mir klar, dass er versuchte, uns den Ernst der Lage vor Augen zu führen.

Er ließ die Hände sinken und ging ein paar Schritte. Ich kann nicht sagen, dass er mir sympathisch war. Trotz seiner legeren Kleidung – er trug das, was alle Angestellten des Resorts trugen, ein weißes Sweat-Shirt und eine lange weiße Hose mit den üblichen goldenen Stickereien – wirkte er auf eine unterschwellige Art angespannt und energisch. Kein Wunder, dachte ich, er hatte die Verantwortung für hunderte Mitarbeiter und tausende Gäste. Er war braungebrannt und sportlich, ohne ein Muskelprotz sein. Ein Mann unbestimmten Alters, den man eher in einer Vorstandetage eines Internet-Unternehmens als in einem Strand-Resort erwartet hätte.

„Sie sind alle tot“, sagte er so bestimmt, als habe er gerade unsere fristlose Entlassung ausgesprochen. „Ich möchte, dass Sie sich darüber keinerlei Illusionen hingeben. Je früher, Sie das akzeptieren, umso besser ist es für Sie, für die anderen Gäste und auch für uns, die wir Sie betreuen.“

Ein Raunen ging durch die Gruppe. Kurt gähnte und nickte mir freundlich zu. Ob Vincents Worte jemanden überraschten, weiß ich nicht. Ich selbst hatte zwar damit gerechnet, gestorben zu sein, war aber dennoch nicht restlos davon überzeugt gewesen, so normal fühlte ich mich, so vertraut war alles um mich herum. Ich war also tot, unzweifelhaft, unmissverständlich, eindeutig tot. Und vermutlich auch endgültig, denn es war kaum anzunehmen, dass es bei diesem Zustand ein Zurück gab.

Vincent hob beruhigend die Hände. „Sie werden sehen, dass das gar nicht so tragisch ist, wie es sich anhört. Und wir werden alles tun, um Ihnen den Aufenthalt hier“, er machte eine weite Geste, „so angenehm wie möglich zu gestalten. Und doch“, er nickte ein paar Mal ernst, „gibt es natürlich einen Grund, warum Sie hier sind und nicht“, er machte eine kleine Pause, „woanders.“ Es stünde uns also frei, und er ermutige uns ausdrücklich dazu, über unser Leben nachzudenken. Über die Vergangenheit, über das, was wir getan, und das, was wir unterlassen hätten. „Ich denke, dass das hilft“, fügte er hinzu, „Einsicht macht das Leben leichter“, dieses Wort kam ihm leicht über die Lippen, „und Sie werden sich in unsere Gemeinschaft besser einfügen.“ Dann deutete er ein Lächeln an. „Und jetzt beantworte ich gerne Ihre Fragen.“

Was dann die Neuankömmlinge wissen wollten, unterschied sich erstaunlicherweise nicht von den Fragerunden, die ich bei ähnlichen Anlässen in anderen Strandhotels dieser Welt erlebt hatte. Es ging um das Programm, um das Essen um die sportlichen Aktivitäten. Jemand fragte gar, ob es am Strand einen Rettungsschwimmer gäbe und wann dieser Dienst täte. Schließlich, Vincent hatte ein letztes Mal in die Runde geschaut und um weitere Beiträge gebeten, meldete sich doch noch jemand mit einem eher ungewöhnlichen Anliegen. Wie lange wir hierbleiben müssten oder anders gesagt, die Dame nahm ihre Sonnenbrille ab und kniff die Augen zusammen, ob es Alternativen gäbe, andere Lösungen, konkurrierende Einrichtungen. Sie bemühte sich, möglichst allgemein zu bleiben.

Wie schon zuvor ließ sich der Resortchef nicht anmerken, ob er die Frage berechtigt fand oder nicht, vermutlich wurde sie ihm nicht zum ersten Mal gestellt. Dennoch zögerte er mit der Antwort. „Ich denke“, er straffte sich, „Sie sollten sich alle auf einen Aufenthalt von Dauer einstellen.“ Dann verabschiedete er sich und wünschte uns eine schöne Zeit. Wir könnten uns jederzeit an ihn wenden, gäbe es ein Problem, das der zuständige Mitarbeiter nicht lösen könne. Dann ging er schnellen Schritts davon und verschwand im Gebäude hinter der Rezeption.

Wir blieben sitzen, sahen uns ratlos an, doch schon bald entspannen sich die ersten Gespräche, und kleine Grüppchen bildeten sich.

„Ein überaus kompetenter und vernünftiger Mann“, sagte Kurt, der sehnsüchtig zur langen Theke der Bar hinüberzuschauen schien. „Wir können uns glücklich schätzen. Nicht in jeder Anlage der Gruppe geht es so geordnet und zivilisiert zu wie hier.“ Er rappelte sich auf und griff nach meinem Arm. „Kommen Sie, lassen Sie uns einen Drink nehmen.“

Später schärfte er mir noch einige Verhaltensregeln ein, die zwar nirgendwo schriftlich festgehalten wären, aber zur unausgesprochenen Etiquette der Anlage gehörten. Man dürfe niemals, wirklich niemals, zu einem anderen der Gäste sagen, er sei tot, gestorben, eine Leiche oder sonst etwas, was ihn an seinen Zustand erinnerte. Weder aus Spaß noch in Wut, weder gedankenlos noch aus Berechnung. Wir sind ganz normale Gäste in einem ganz normalen Hotel, einem 5-Sterne-Hotel wohlgemerkt, und genauso sollten wir uns verhalten. Und wissen Sie warum? fragte er mich. „Nur so kann das hier funktionieren, nur so kommen wir hier alle auf lange Sicht miteinander aus. Und“, er sah mich an, „dass es auf sehr lange Sicht ist, darüber hat uns Vincent nicht im Zweifel gelassen, nicht wahr?“ Kurt nahm einen langen Schluck von seinem eisgekühlten Paradise Highball, einer bernsteinfarbenen, hauseigenen Kreation. „Begeben Sie sich unter Menschen! Gehen Sie zum Strand! Sie sind jung. Lernen Sie eine neue Sportart! Amüsieren Sie sich, solange Sie das noch können!“  Er prostete mir zu, und ich hob ebenfalls mein Glas, um mit ihm anzustoßen.

Ich lebte mich schnell ein, schließlich kannte ich solche Anlagen von meinen vielen Reisen. Ein wenig erinnerte mich das Ganze an einen Cluburlaub, nur dass die Klientel des Hotels älter war, viel älter. Und die Ausflüge fehlten. Dann war noch das immer gleiche Wetter, jeder Tag glich auf dem Grad genau den anderen. Es gab keinen Regen, keinen Sturm, keinen Dunst. Wettertechnischer Höhepunkt war der atemberaubende Sonnenuntergang, an den man sich allerdings schnell gewöhnt hatte. Der Strand war wunderschön, breit und kilometerlang. Die Liegen und Sonnenschirme verloren sich in der Ferne. Doch das Meer war seicht. Das zu warme Wasser schwappte träge gegen den Sand. Es gab keine Wellen und keine Strömungen, es reichte gerade, um ein wenig zu planschen. Ich gestehe, dass ich mich schon bald zu langweilen begann.

Und das war noch untertrieben. Es waren einige Wochen, vielleicht ein paar Monate vergangen – einen Kalender oder eine andere Orientierung fehlte – da wurde mir klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich begann depressiv zu werden, stand immer später auf, blieb oft den ganzen Tag auf dem Zimmer, schleppte mich nur selten ins Fitnessstudio oder ins immer gleiche Abendvergnügen. Zum Strand ging ich schon bald gar nicht mehr.

Wie hatte Vincent gesagt? Wir sollten uns auf einen Aufenthalt von Dauer einstellen. Meinte er Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte? Streng genommen war Dauer etwas Unbegrenztes. Die Ewigkeit, ging mir in jener Anfangszeit immer wieder durch den Kopf. Ein durch und durch unerträglicher Gedanke.

Irgendwann beschloss ich, mich Kurt anzuvertrauen. Wir hatten uns in letzter Zeit wenig gesehen. Die Anlage war groß, zufällig lief man sich kaum über den Weg. Mein Eindruck war außerdem, dass er sich meist mit irgendwelchen Leuten zum Kartenspielen traf, das was Senioren vermutlich im wirklichen Leben auch taten. Wir hatten uns in der Strandbar verabredet. Diese lag unweit meiner Behausung, und ich hatte sie zu anfangs regelmäßig aufgesucht. Hier gab es keine Animation, die Musik war erträglich, und man hatte einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang. Dafür hingen hier gerade abends eine Menge Typen herum, die ihren Caipirinha schlürften und dem Ritus der untergehenden Sonne frönten. Wenn sie dann ganz versunken war, gab es manchmal sogar Applaus. Vielleicht Neuankömmlinge.

Aber es war Morgen, früher Morgen, als wir uns trafen. Zumindest für mich. Kurt erschien mir unverändert. Wie sollte es auch anders sein. Er berichtete, dass er seinen Job als Scout tatsächlich los war – die Anlage war ausgebucht – und er einen Teil seiner freien Zeit für die Betreuung seiner ehemaligen Schützlinge aufwandte. Wie Sie, fügte er überflüssigerweise hinzu. Er klang sehr beschäftigt, und das freute mich für ihn. Schließlich kamen wir auf mein Anliegen zu sprechen.

Ich erzählte ihm ausführlich, wie es mir seit meiner Ankunft ergangen war. Von meiner Stimmung, die über die Wochen und Monate gekippt war und zwischenzeitlich ihren absoluten Tiefpunkt erreicht hatte. Er hatte die Augen halb geschlossen und schien mir konzentriert zuzuhören. Zwischendurch nippte er an dem Paradise Highball, den ich ihm bestellt hatte. Jeder einzelne Tag hier sei für mich eine Qual, eine regelrechte Folter. Ich hielte es an diesem Ort nicht länger aus, zumindest nicht auf Dauer oder für eine andere Art der Ewigkeit, schloss ich.

„Hm, hm“, er blinzelte in die höher gestiegene Sonne und zog eine Sonnenbrille aus der Hemdtasche, die ich bisher noch nicht an ihm gesehen hatte, eine schwarze Ray-Ban, die ihm ein recht mondänes Aussehen verlieht. Sie stand ihm wirklich gut. „Wissen Sie, Dennis“, er sah mich jetzt an, was ich wegen der Sonnenbrille nicht mit Gewissheit sagen konnte, „Das geht allen so. Jeder hat diese Phase durchgemacht. Einschließlich mir.“ Er sah sich um. „Erst die Begeisterung oder nennen wir es Erleichterung. Dann die Gewöhnung, eine zuerst angenehme Langeweile, die die Routine der Tage begleitet, die man bald als eintönig erlebt und schließlich Überdruss erzeugt. Alles wirkt trostlos, was zu tiefer Verzweiflung führt. Das nenne ich Phase Eins.“

„Sie meinen, es gibt noch mehr Phasen?“ fragte ich. Ich konnte mir nicht vorstellen, welchen Ausweg es aus diesem Zustand geben sollte.

Er nickte ernst. „Es gibt noch zahlreiche Phasen, und ich kenne sie längst nicht alle.“ Er hatte seinen Drink ausgetrunken und rollte das kalte Glas in einer Hand hin und her und ließ die Eiswürfel klappern. „Schauen Sie sich doch mal um. Es ist wunderschön hier. Jeder wäre froh, sich diesen endlosen Urlaub leisten zu können. Und Sie sprechen von Qual und Folter? Ist das nicht ein wenig, nun sagen wir mal, übertrieben?“ Jetzt lächelte er mich an. „Doch natürlich verstehe ich Sie nur zu gut, mir ging es, wie gesagt, ganz genauso.“

„Und wie konnten Sie sich aus diesem … Zustand befreien?“ Wenn mir jemand helfen konnte, dann mein Scout.

Er zog seine Sonnenbrille ab und steckte einen Bügel unter seinen Hemdkragen. Jetzt konnte ich seine Augen wieder sehen. „Ausbruch“, sagte er, „nennen wir das Phase Zwei. Dann Umsturz, Anschluss an revolutionäre Zirkel, also Phase Drei…“

„Die gibt es hier?“ Ich war mehr als verwundert.

„Hier gibt es alles, was Sie sich vorstellen können.“ Er seufzte. „Aber ich muss Ihnen davon abraten. Das führt nirgendwo hin. Das habe ich selbst schmerzvoll erfahren müssen. Es gibt kein Außen, zumindest keines, was angenehmer wäre als dieses Innen. Und jeder Umsturzplan wird gnadenlos verfolgt.“ Ich wollte lieber nicht fragen, was das genau bedeutete. „Ich kann Ihnen nur raten, direkt zu Phase Vier überzugehen: Resignation.“

Ich schluckte. Vielleicht konnte man erst resignieren, wenn man versucht hatte, etwas zu ändern, wenn man alles versucht hatte. War es wirklich möglich, diesen Weg abzukürzen?

„Ich glaube,“ er lächelte jetzt wieder, „es ist eine Frage der Perspektive. Es gibt viele falsche, aber nur eine richtige Perspektive. Vertrauen Sie der Weisheit eines alten Mannes oder von jemandem, der viel länger hier ist als Sie.“ Er hatte sein Glas zur Seite geschoben und schien nicht die Absicht zu haben, sich etwas Neues zu bestellen. „Die Frage ist letztlich, mit was Sie das hier vergleichen wollen.“ Er machte eine vage Geste. „Für ein Luxushotel ist es sicherlich nicht perfekt, aber es kann mit vielen Anlagen aus dem wirklichen Leben mithalten. Mit Ihren Wünschen kann es das nicht. Aber denken Sie mal andersherum. Könnte nicht alles viel schlimmer sein? So schlimm, dass wir keine Vorstellung davon haben? Ich versichere Ihnen, es gibt ganz andere Einrichtungen als diese, Einrichtungen, in denen Sie keinen einzigen Tag, keine einzige Stunde bleiben wollten.“

Natürlich konnte man es so sehen. Überzeugt hatte er mich dennoch nicht. Warum sollte ich mich damit zufriedengeben, dass wir nicht in der schlimmsten aller Welten lebten?

Eine Weile schwiegen wir. Dann fiel mir etwas ein. „Kurt, der Chefmanager…“ „Vincent?“ „Ja, genau der, sagte doch bei der Einweisung, wir könnten uns jederzeit an ihn persönlich wenden.“ Vielleicht würde er mir helfen. „Meinen Sie, ich sollte ihn, um einen Termin bitte?

Kurt seufzte ein weiteres Mal. Er wirkte resigniert. „Also direkt zu Phase Fünf? Ich kann es einrichten.“

Es dauerte sehr lange, bis ich meinen Termin bekam. Anscheinend hatte hier alles Zeit, viel Zeit. Doch die Aussicht auf dieses Treffen hielt mich über Wasser. Als ich schon dachte, Kurt habe geblufft und sei gar nicht in der Lage, Termine mit dem Direktor zu organisieren, fand ich nach dem Frühstück endlich eine Karte in meinem Zimmer. Jemand hatte sie auf den Tisch gelegt. Es war ein altmodisches Billet aus Büttenpapier, auf dem in verschnörkelter Schrift stand: „Der Hoteldirektor bittet zu einer Unterredung heute nach dem Mittagessen. Gez. Vincent.“

Das kam so plötzlich, dass ich sehr nervös wurde. Ich hatte mich tagelang innerlich auf dieses Gespräch vorbereitet, hatte Argumente gesammelt, Vorschläge formuliert und mir auch manch eine Drohung überlegt, das alles war wie weggewischt. Mein Ansinnen kam mir auf einmal lächerlich vor, unberechtigt, das Anliegen eines dummen unreifen Jungen. Doch natürlich ging ich trotzdem hin.

Ich meldete mich an der Rezeption, und Peter, ja, der gleiche Peter, der mich seinerzeit eingecheckt hatte, geleitete mich nach innen. Er führte mich zu einem Fahrstuhl, was mich wunderte, denn das Gebäude war niedrig, nicht mehr als zwei Stockwerke hoch. Tatsächlich ging es nicht nach oben, sondern nach unten. Sehr weit nach unten, denn die Fahrt dauerte ewig. Vielleicht war der Fahrstuhl auch nur sehr langsam. Schwer zu sagen. Man verspürte keinerlei Bewegung.

Als endlich die Tür aufglitt, stieg ich aus und folgte einem hell erleuchteten Gang. An dessen Ende kam ich zu einer Glastür, auf der „Chef du Village – Vincent Beliar“ stand. Ich klopfte und trat ein.

Vincent saß hinter einem riesigen Schreibtisch aus weißem Glas. Er wippte auf seinem Lederstuhl und hatte die Füße auf die Platte gelegt. Er bedeutete mir, mich auf dem ebenfalls weißen Ledersessel ihm gegenüber zu setzen. Sein Büro war groß und fensterlos. Eine moderne Stehlampe tauchte ihn und den Tisch in einen leuchtenden Kegel. Der Rest des Zimmers verlor sich im Halbdunkel. Ich konnte eine Batterie von USM-Elementen ausmachen, die eine ganze Wand einnahmen. Auch sie in makellosem Weiß.

Er trug das Gleiche wie bei unserem ersten Treffen eine halbe Ewigkeit zuvor. Sein Zahnpastalächeln war so kalt wie damals. Er sah auf eine Mappe auf seinem ansonsten vollkommen leeren Schreibtisch. Nicht einmal der Monitor eines Computers stand darauf. „Herr Welker, oder soll ich Sie Dennis nennen?“ Ich nickte. „Gerne, also Dennis.“ Er kam direkt zur Sache. „Womit kann ich dienen?“

  Ich stotterte ein wenig herum, betonte die Vorzüge der Anlage, wies darauf hin, dass ich genug Zeit hatte, sie ausgiebig zu begutachten.

Er unterbrach mich mit einer Handbewegung. „Es wurde mir zugetragen, Hotel und Personal erfüllten nicht ihre Erwartungen.“ Er spitzte die Lippen. „Sie seien … unzufrieden? Ist das korrekt?“ Als ich erneut nickte, fuhr er fort. „Darf ich fragen, was Sie erwartet haben?“

Das war eine gute Frage, eine Frage, über die ich lange nachgedacht hatte, ohne zu einem klaren Ergebnis zu kommen. Vielleicht hatte ich etwas Vollkommenes erwartet, das absolute Glück, die ewige Glückseligkeit. Ich sagte es ihm.

Vincent wirkte nachdenklich. „Ich fürchte, es gibt nichts Absolutes. Das beste Essen wird irgendwann fade, die schönste Musik eintönig, der aufregendste Mensch irgendwann langweilig. Sie wissen, was ich meine.

Nun war das Paradise Resort so weit vom Ideal des besten Hotels entfernt, dass mir seine Aussage etwas arrogant erschien. Es gab sicherlich unzählige Anlagen in der echten Welt, die besser waren. „Ich habe mir das Paradies jedenfalls anders vorgestellt“, sagte ich und wusste, dass das trotzig klingen musste.

„Das Paradies?“ Vincent zog die Brauen in die Höhe. „Wie kommen Sie darauf? Wegen des Namens?“ Er lehnte sich zurück. „Und wie haben Sie sich das Paradies vorgestellt? Man sitzt auf einer Wolke mit einer Harfe und lobpreist singend den Herrn?“ Er lächelte sein falsches Lächeln. „Das würde Ihnen in alle Ewigkeit gefallen? Außerdem sind Sie nicht im Paradies.“

Das saß. Wo war ich dann? „Bin ich in der H…?“

Vincent hob die Hände. „Wir benutzen diesen Begriff nicht mehr. Sagen Sie meinetwegen „alternatives Paradies“ oder „das andere Paradies“. Im Grunde ist es zwecklos, dem Ganzen einen Namen geben zu wollen, denn es ist das Einzige, was wir haben. Ich bevorzuge die Begriffe Hotel oder Resort oder Anlage oder Club. Einige sagen Struktur, das klingt etwas technisch, ist aber nicht ganz falsch.“

„Und der Name, die Farben, die Symbole? Ist das nicht grob irreführend?“

„Marketing“, erwiderte er schlicht. „Wir haben ein neues Corporate Design entwickelt und uns“, es entstand eine kleine Pause, „an gewisse Vorbilder angelehnt. In diesen Zeiten ganz normal, wie mir scheint. Haben Sie nicht in der Werbebranche gearbeitet?“ Ich schüttelte den Kopf. „Nun, einerlei. Wir hatten ein beständig schlechtes Image, seit Jahren schon. Das ist eine Art Neunanfang.“ Er sah mich an. „Doch wenn das nicht beim Kunden ankommt.“ Er hob die Schultern. „Brauchen wir vielleicht ein neues Konzept. Oder wir kehren zu den traditionellen Methoden zurück.“ Er deutete ein Lächeln an. „Die hatten auch ihre Vorteile.“

Ich muss gestehen, dass ich ihm nur halb zugehört hatte. Ich musste erst verdauen, was er mir gerade eröffnet hatte. Ich war in der … in diesem anderen Paradies. Womit hatte ich das verdient? „Ich glaube, da muss ein Versehen vorliegen…“

Vincent lachte diesmal laut auf. „Der Klassiker!“ Er nahm die Mappe in die Hand. Erst jetzt fiel mir auf, wie dick sie war. Eine Weile blätterte er darin herum. „Hier vor sieben Jahren. Soll ich vorlesen?“ Ich hob abwehrend die Hand. „Oder hier, sie waren fünfzehn Jahre alt…“ Er blätterte weiter und schmunzelte. „Und das da, vor drei Jahren. Auch ganz nett.“

Er brabbelte weiter, aber ich hörte ihm schon lange nicht mehr zu. Schließlich stand ich auf und verabschiedete mich. Ich bedankte mich etwas förmlich, dass er mich empfangen hatte und sich die Mühe gemacht hatte, mich über die Zusammenhänge aufzuklären.

Er war auch aufgestanden und reichte mir über den Tisch hinweg die Hand. „Aber das ist doch selbstverständlich, Dennis. Dafür bin ich da. Und wenn Sie weitere Fragen haben oder Probleme oder auch nur eine gute Marketingidee“, er zwinkerte mir zu, „melden Sie sich jederzeit gerne.“ Zum Abschied winkte er mir lächelnd nach.